18.02.2016  Schaubühne Wien: Alonso – Der Eheschnüffler

© Rolf Bock
© Rolf Bock

Stefan Vögel ist bekannt für seine Stücke und aus der deutschsprachigen Theaterlandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Schaubühne Wien hat sich nun an die Österreichische Erstaufführung von Alonso – Der Eheschnüffler gemacht. Die turbulente Seitensprungkomödie in der stringenten Regie von Martin Gesslbauer unterhielt nicht nur DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos und überraschte mit ihrem Finale.

 

 

Wir befinden uns in einem nett eingerichteten Wohnzimmer. Wieder einmal hat Leo für das monatliche Abendessen mit Rainer und Rebecca gekocht – etwas Exotisches wie immer. Rainer, erfolgreicher Universitätsprofessor, ist die meiste Zeit mit seinem Telefon beschäftigt und mit Leos Gattin Trixi. Doch das wissen weder Leo noch Rebecca, wobei Rebecca eine leise Ahnung hat. Dabei läuft das Gspusi schon seit fünf Jahren! Die monatlich stattfindenden Abendessen haben sich auch zur Routine entwickelt. Doch die Routine wird unterbrochen, als Rebecca Trixi einen Xoloitzcuintle, einen mexikanischen Nackthund verkauft. Der wittert die versteckten Beziehungen und bringt Rebecca auf eine Spur. Doch nicht die, die man annimmt …

 

Martin Gesslbauer, der nicht nur die Inszenierung sondern auch das Bühnenbild verantwortet, versteht es, die SchauspielerInnen gut zu führen und die einzelnen Typen exzellent herauszuarbeiten. Das gesamte Ensemble ist mit viel Esprit sowie Spielfreude bei der Sache und das Timing passt einfach. Da ist einmal Alexander T.T. Mueller als Leo, der betrogene Gatte. Mehr mit seinem Beruf verheiratet, ein bisschen farblos – als Charakter, nicht als Schauspieler – und mit einer Hundeallergie gestraft. Wie er sich dann allerdings mit einer Ruhe zum Racheengel entwickelt ist sehr unterhaltsam anzusehen.

 

Angela Schneider verkörpert perfekt die Mischung aus braver Hausfrau und femme fatale, die mit Rainer – ein Freund aus Studientagen – herummacht. Doch ganz so Vamp ist sie dann auch wieder nicht, denn eigentlich sehnt sie sich nach einer Beziehung mit Rainer. Herrlich ihre kleinen Zusammenbrüche, als sich die Ereignisse immer mehr zuspitzen und sie sich entdeckt glaubt.

 

Perfekt besetzt ist auch Irene Budischowsky als Rebecca, das Mädchen vom Land, das sich den Universitätsprofessor geangelt hat. Wie sie auf der Klischeeorgel des blonden Dummchens spielt ist unglaublich. Martin Oberhauser spielt den Mann an ihrer Seite. Ein arroganter Universitätsprofessor, der ständig mit seinem Wissen hausieren geht, sieben Sprachen spricht und oftmals aus literarischen Werken zitiert – schließlich ist er ja Linguist. Doch als es dann wirklich ernst wird, bleibt von seinem machohaften Verhalten nicht mehr viel übrig.

 

Und dann gibt es noch Alonso, obwohl, den bekommt man nicht zu sehen – nur zu hören. Doch das genügt für einen bleibenden Eindruck. Ein ausdrückliches Lob an die Person, die für die korrekte Einspielung des Bellens, Knurrens etc. zuständig ist.

 

Wer also eine unterhaltsame, gut gebaute und gut gespielte Komödie sehen mag, dem sei die aktuelle Produktion der Schaubühne Wien definitiv ans Herz gelegt. So gelacht hat ihr DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos schon lange nicht mehr. Auch das Publikum fand den Abend durchaus unterhaltsam.

 

 

DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos

 

 

 

http://www.schaubuehnewien.at

 

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