21.1.2016: Birgit Denk: Fia di

© Martin Hutt
© Martin Hutt

Birgit Denk samt Band stellte im Wiener Stadtsaal ihr neues Programm vor, das sie „Fia di“ genannt hat. Denk ist ja mit ihren Liedern seit jeher in einer eigenen Liga unterwegs, denn ihre Songs lassen sich in einfach in keine Kategorie einordnen. Ob das auch bei diesem Programm so ist, hat sich DieKleinkunst-Redakteur Gerd Kern angehört.

 

 

„Fia di“ ist ein richtungsweisender Titel, denn Birgit Denk macht gleich zu Beginn dieses Abends klar, dass sie mit diesem Programm wirklich jeden im Publikum ganz persönlich ansprechen möchte. DENK heißt auch ihre – übrigens musikalisch wirklich voll überzeugende  - Band. Und dass hier schon lange gemeinsam musiziert wird, ist nicht zu überhören. Nahezu das gesamte Programm geht nämlich technisch perfekt und ohne Schnitzer über die Bühne.

 

Birgit Denk ist eine sehr interessante Künstlerin. Die gelernte Sozialpädagogin steht mit dieser Formation bereits seit dem Jahr 2000 auf der Bühne. Sie ist zwar in erster Linie und auch von der Neigung her Sängerin mit unverkennbar wienerischem Idiom, ist daneben aber auch immer wieder als Moderatorin, Texterin, Sendegestalterin für Rundfunk und TV und sogar als Darstellerin tätig.

 

Das alles ist klarerweise mit sehr viel Arbeit verbunden und weil jetzt das 15 Jahr-Jubiläum zu feiern war und nicht sehr viel Zeit zur Verfügung stand, hat sich Birgit Denk entschlossen, kurzerhand Lieder zu einem Programm zusammenzustellen, die eine Besonderheit aufweisen: Sie sind allesamt Coversongs und viele davon gab es schon in ihrem Repertoire. Jetzt kamen zusätzlich einige neue hinzu, und das unter dem Motto „Jedes Bandmitglied darf sich einen Lieblingssong aussuchen“. Woraus ein musikalisches Durcheinander hätte entstehen können, ergab sich ein erstaunlich geschlossenes Ganzes. Man kann Denk nämlich nicht widersprechen, wenn sie sagt, dass sehr erfolgreiche internationale Hits manchmal erstaunlich schwache Texte haben. Dazu gehören „Thriller“ von Michael Jackson (Birgit Denks Oma sagte immer „Drilla“), aber auch Lieder von Melissa Etheridge. Und da sind ihre „Verwienerungen“ zum Teil wirklich besser. Als Titel dieser Mischung wurde der Name eines sehr erfolgreichen Denk-Liedes gewählt: „Fia di“.

 

Der Abend entwickelte sich schwungvoll und spielfreudig, es wurde Schmäh geführt und auch Selbstironie ist der Band  nicht fremd, etwa wenn Denk ihren Schlagzeuger Philipp Mayer wegen seiner Rasta-Locken „Tingeltangel-Bob“ nannte. Wirklich überraschend war auch der Umstand, dass Denk ganz eindeutig eine große und eingeschworene Fangemeinde hat, denn sie wurde zu Beginn im ausverkauften Stadtsaal begeistert begrüßt und das Publikum reagierte sehr häufig schon bei den ersten Takten eines Liedes mit Applaus. Am Schluss gab sogar „standing ovations“. So war es beinahe ein Wunder, dass bei „Nimma dabei“ keine Feuerzeuge geschwenkt wurden.

 

Noch eine Anmerkung zur „Schwierigkeit“, die Musik von Birgit Denk einzuordnen. Sie singt und redet ungebrochen wienerisch und das wirkt bei ihr nicht wie ein Masche, sondern sehr authentisch. Ihre Songs sind kein Austro-Pop, aber auch keine Schlager und schon gar keine Wienerlieder. Sie haben eigentlich von allem etwas und auf ihrer neuen CD „Denk-Schmäh-Das Beste aus 15 Jahren“ kann man sich davon überzeugen. Eine Alternative dazu ist der Besuch eines ihrer „Fia di“-Konzerte, den man wirklich empfehlen kann, wenn man einen musikalisch- entspannten und fröhlichen Abend verbringen möchte.

 

DieKleinkunst-Redakteur Gerd Kern

 

 

Stadtsaal

 

Birgit Denk