17.3.2015 Heilbutt & Rosen: Schwarzgeldklinik

(c) Ernesto Gelles
(c) Ernesto Gelles

Theresia Haiger und Helmuth Vavra, besser bekannt als das Kabarett-Duo Heilbutt und Rosen haben jetzt schon rund sechs Jahre gemeinsame Erfahrung und konnten in dieser Zeit zahlreiche Erfolge verzeichnen und so eine eingeschworene Fangemeinde für sich gewinnen. Vavra hatte schon 1992 die Gruppe Heilbutt und Rosen gegründet und zahlreiche Programme – mittlerweile sind es schon 16! -  sowie Theaterstücke geschrieben. 2009 stieß die talentierte und attraktive Schauspielerin und Sängerin Theresia Haiger, zuvor im Wiener Simpl engagiert, zu der Gruppe und seither sind Haiger und Vavra als erfolgreiches Duo unterwegs.

Ihre Programm bieten leichte Unterhaltung, eine hohe Gagdichte und auch einiges an Musik. So ist es auch diesmal. Warum das Programm allerdings „Schwarzgeldklinik“ heißt, hat sich mir nicht zwingend erschlossen, denn es ist zwar viel über den Klinikbetrieb an sich zu erfahren, aber kaum etwas über Schwarzgeld. Aber vielleicht sollte es auch nur ein griffiger Titel sein, der Aufmerksamkeit erweckt.

Das Programm entspricht exakt den Erwartungen. Mehr oder weniger gute Gags folgen in großer Dichte aufeinander – geschrieben von Helmuth Vavra und Bernhard Foeger, unter Mitwirkung von Markus Oelzelt und Leo Bauer. Die schwungvolle Musik von Frizz Fischer unterstützt den flotten Abend kongenial. Die Austro-Pop-Parodie z.B. ist wirklich hörens- und sehenswert „Und ist das Blutgerinnsel nicht im Kopf, dann ist es irgendwo“).

Heilbutt und Rosen widmen sich in ihrem aktuellen Programm dem Thema Gesundheitssystem. Da wird die Zweiklassenmedizin kritisiert -“Ah, sie sind privat versichert. Na, das bringt Sie in der Warteliste nach ganz vorne!“, da wird die Korruption bei der Vergabe von Baubewilligungen von Kliniken kritisiert, oder auch die Wehleidigkeit von männlichen Patienten durch den Kakao gezogen. Die Oberflächlichkeit mancher Gesunden-Untersuchungen wird lapidar mit „Ein guter Befund ist manchmal nur das Resultat schlechter Untersuchungen“ kommentiert. Der Wellness-Hype bekommt dann ebenso sein Fett ab wie auch die Homöopathie.

Haiger und Vavra treten in zahlreichen Rollen auf: sie z.B. als eiskalte Ärztin, er als ängstlicher Ehemann („Frauen gehen sehr oft zum Arzt, obwohl er nichts findet. Männer gehen nicht zum Arzt, weil sie sicher sind, dass er was findet“), sie als naive Assistentin, er als verblödeter Professor oder beide als wirklich witzige Klinikclowns.

Auch allgemeine menschliche Beziehungen sind ein Thema. Die Definition „Die ersten sechs Wochen einer neuen Liebe sind wunderschön, nur die nächsten 30 Jahre ziehen sich“ beweist allerdings, dass sich die Gag-Qualität nicht immer in lichte Höhen schwingt. Auch stellt sich die Frage, warum Hämorrhoiden bei Heilbutt und Rosen einen so hohen Stellenwert einnehmen. Dennoch (oder auch deshalb?): Das Publikum unterhielt sich blendend und bejubelte das Duo.

Das Rezept des Abends stimmt, denn für jeden gibt es in diesem Programm mit Garantie etwas: Oberflächliche, lockere Schmähs, Kritik am österreichischen Gesundheitssystem in kleinen, gut verträglichen Dosen („Krankomatkarte“) und hübsch verpackt, aber auch nette Lieder. Heilbutt und Rosen bieten einen wirklich professionellen Auftritt, humorvolle Unterhaltung und damit einen unkomplizierten, lockeren und entspannenden Abend. Wer diese Art von Kabarett mag, wird in der Schwarzgeldklinik perfekt behandelt.

DieKleinkunst-Redakteur Gerd Kern

www.stadtsaal.com

www.heilbuttundrosen.at