24.2.2014 Bernie Magenbauer: Im Schnelldurchlauf

(c) Niko Formanek
(c) Niko Formanek

Es ist im Zuschauerraum noch hell, als Bernie Magenbauer die Bühne betritt und erklärt, dass sein Programm zwar bald beginnen werde, er aber die Zeit bis dahin nützen wolle, um seine Zuschauer auch einmal optisch kennenlernen zu können. Dann erklärt er locker und witzig, worum es in dem neuen Programm gehen werde, und erst dann erfolgt der tatsächliche Start – eine durchaus originelle und ungewöhnliche Eröffnung.

Magenbauer tritt dabei nicht im üblichen „Kabarettisten-Schwarz“ auf, sondern in eleganter Hose und Gilet. Nur mit seinen Laufschuhen konterkariert er sein seriöses Outfit ein wenig. Er lässt sofort keinen Zweifel daran, dass er diesmal weder ein neues Programm präsentieren wird, noch dass er irgendeine Botschaft vermitteln wolle. Er möchte sein Publikum ganz einfach gut unterhalten und hat deshalb eine Art „Best of„ zusammengestellt, in dem er seine erfolgreichsten Nummern mit neuen, besonders unterhaltsamen Überleitungen verbindet. „Verbindet“ stimmt aber eigentlich gar nicht, denn er verwendet sein fiktives „Buch der Überleitungen“ dazu, nicht Zusammenpassendes mit Floskeln wie „Apropos“ oder „Wie Sie da gerade sagen“  dennoch in so etwas ähnliches wie einen Zusammenhang zu bringen.

Die eigentliche Stärken Magenbauers sind sein Charme, seine lockere Art zu erzählen, seine Musikalität und seine abstrakten Gags. Ein gutes Beispiel dafür findet sich schon auf seinem Programmzettel: „Am 24.Februar 1963 starb auf Sylt der berühmte Scherenschnitt-Künstler Hagen van Hinkeldink. Das hat überhaupt nichts mit dem Programm zu tun und stimmt auch gar nicht. Aber so ein Flyer muss eben mit Text gefüllt werden.“ Diesem Motto entsprechend füllt Magenbauer auch sein „neues“ Programm. Überwiegend verwendet er dabei wie erwähnt Nummern aus seinen alten Programmen, ergänzt sie mit einigen neuen Texten und fügt vor allem die schon erwähnten wirklich unterhaltsamen Überleitungen hinzu. Seine Darstellung der Probleme, die mit der Installierung eines modernen TV-Bildschirms verbunden sein können, ist für sich schon äußerst unterhaltsam, aber die Querverbindung vom technischen Begriff der „Wiederholungsfrequenz“ zu den häufigen Sendungswiederholungen des ORF illustriert seinen Humor ganz deutlich.

Eigentlich bin ich ja kein Freund diese Art des Recycelns, doch wie Magenbauer das für dieses Programm macht, überzeugt. Wer seine Programme bereits kennt, findet sicher Nummern, die er gerne wieder hört und wer ihn noch gar nicht kennt, wird sich garantiert gut unterhalten.

Überraschenderweise bricht er am Schluss sogar seinen Vorsatz, keine Botschaft über die Rampe bringen zu wollen. Sein Lied „Sei unbequem“ ist überraschenderweise wirklich geeignet, über aktuelle Probleme nachzudenken, und seine Begleitung auf der Ukulele erinnert daran, dass er auch ein begabter Musiker ist.

DieKleinkunst-Redakteur Gerd Kern

www.magenbauer.at

www.alsergrund.com