9.04.2015 Neue Tribüne Wien: Liebling, ich zieh ein

Der Titel des Stücks, Liebling, ich zieh ein, ist Programm für diesen Abend: der aufstrebende Autor Robert (Felix Kurmayer) freut sich darauf, dass seine Freundin Ruth (Beate Gramer) bei ihm einziehen wird. Doch als es läutet, ist es seine Ex-Freundin Fiona (Kerstin Raunig), die soeben von ihrem nunmehrigen Ex-Freund aus der Wohnung geworfen wurde. Was sich dann entwickelt, sorgt für so manche peinliche Situation. So richtig in Fahrt kommt die Handlung dann, als plötzlich Sylvie (Edith Schachinger) auftaucht, die einmal ein kurzes Intermezzo mit Robert hatte. Et Voilà, die WG ist perfekt. Doch wie perfekt sie wirklich ist, sei hier nicht verraten.

Regisseur Erich Martin Wolf hat das Ensemble gut im Griff und aufeinander abgestimmt. Seine Personenführung ist absolut stringent und die Musikauswahl für die Umbaupausen immer durchaus sinnig sowie stimmig. Siegbert Zivny (Bühne) hat mit viel Liebe zum Detail ein Wohnzimmer gestaltet.

Von den SchauspielerInnen besticht vor allem Beate Gramer mit einer Gelassenheit, die sie trotz des Wahnsinns in der WG ausstrahlt. Doch der Eindruck täuscht, und manchmal kann auch sie ganz schön streng werden. Großes schauspielerisches Talent beweist auch Edith Schachinger in ihrer Rolle als sehr kindliche, lispelnde Sylvie. Anfänglich ist man ein bisschen verwundert, dass Felix Kurmayer, übrigens bekannt aus der Pearle-Werbung, als Robert nicht der Macho ist, dem die Frauenwelt zu Füßen liegt. Aber dann erkennt man, dass er es wohl versteht, den Beschützerinstinkt bei den Frauen zu wecken. Und Kerstin Raunig weiß ganz genau, was sie will und nimmt sich das auch.

Nach gut 90 Minuten und so manch überraschender Wendung gab es viel Applaus für den unterhaltsamen Abend.

 

DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos

 

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