16.3.2015 Echoraum: Yorik stirbt

(c) dramagraz
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Der Theaterdirektor (Hubert Kramar) bestellt mit einer kryptischen Botschaft den Schauspieler (Daniel Doujenis) und den Dichter (Markus Kofler) in das Theater. Dass er sein Theater, in dem er von Theaterdirektor bis zum Reinigen des Theaterklos alle Positionen ausfüllt, nach diesem Abend schließen wird, weiß nur er. Doch zuvor schlüpft er noch einmal in seine Paraderolle, während der Schauspieler und der Dichter damit beschäftigt sind, die Welt abzubauen.

Hubert Kramar ist seit Jahrzehnten treibende Kraft und auch Star in der Wiener Off-Theater-Szene. Dass er das zu Recht ist, weiß man nach diesem Abend noch viel mehr. Genial rechnet er als Theaterdirektor mit dem Theater, aber auch der Politik und der Gesellschaft ab. Spannend wäre zu wissen, wie viel Input zum Stück von Kramar direkt kam.

Markus Kofler ist ganz der durchgeistigte, intellektuelle Dichter, der immer wieder mit Zitaten um sich wirft und natürlich in existenziellem Schwarz mit Schal gekleidet ist (Ausstattung: Vibeke Andersen). Ihm zur Seite steht Daniel Doujenis als vitaler Schauspieler. Beide schaffen es, neben Hubert Kramar zu bestehen und eine Eigenständigkeit zu bewahren.

Ernst Binder (Regie/Ausstattung) konzentriert sich stark auf den Text, der in knapp 90 Minuten auch vom Publikum viel Aufmerksamkeit erfordert. Wieder ein Stück, wie man es von Hubert Kramar gewohnt ist: viele Aussagen, aber auch für Unterhaltung ist gesorgt!

DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos

www.echoraum.at