2.3.2017 Science Busters: Winter is coming - Die Wissenschaft von Game of Thrones

© Ernesto Gelles
© Ernesto Gelles

In ihrem aktuellen Programm wenden sich die Science Busters der zur Zeit beliebtesten Fernsehserie der Welt zu. Wie das Wissenschaftsquartett Martin Puntigam, Florian Freistetter, Martin Moder und Elisabeth Oberzaucher in "Winter is coming - Die Wissenschaft von Game of Thrones" so manche Phänomene, die sich in Westeros zutragen, erklären, will DieKleinkunst-Redakteurin Elisabeth Austaller bei der Premiere im Stadtsaal herausfinden.

 

 

 

Spannungssteigernde Musik, einem Episodenintro vergleichbar, und Martin Puntigam tritt auf, um im "Winterfell" als Eddard Stark verkleidet seine Mitstreiter, zum ersten Mal sogar drei an der Zahl, zu begrüßen. Abwechselnd erläutern im Laufe des Abends die drei Koryphäen unter der schlagfertigen Moderation von MC Puntigam wissenschaftliche Erkenntnisse, als deren Aufhänger eine, manchmal an den Haaren herbeigezogene Begebenheit in der HBO-Serie aufgegriffen wird.

 

Die Tatsache, dass in Game of Thrones nie Insekten zu sehen sind, dient dem Molekularbiologen der Universität Wien Martin Moder als Sprungbrett für eine Ausführung über das, für den Menschen gefährlichste Tier der Welt: den Moskito, Überträger der Krankheit Malaria. Mit trockenem Humor begegnet Moder den Einwürfen Puntigams und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. In Anlehnung an den ausschweifenden Alkoholkonsum des sympathischen Zwergs Tyrion Lannister ("I drink and I know things.") handelt er ab, welche Auswirkungen ein Vollrausch auf das menschliche Gehirn hat.

 

Der Astronom und Science Blogger Dr. Florian Freistetter outet sich als Experte der von George R. R. Martin geschaffenen Fantasywelt und hat sogar alle Bücher gelesen. Er wendet sich der Wetterprogonose zu, die stets lautet "Winter is coming". Bringen in Game of Thrones die zombieartigen "white walkers" den Winter? Und wie steht es eigentlich in unserer Welt um die Wetterkriegsforschung? Freistetter erklärt, dass das Wetter kein lineares, sondern ein komplexes und chaotisches System und deshalb schwer steuer- oder kontrollierbar ist. Zur Sicherheit lehrt er im Zuge einer kleinen Kochshoweinlage, wie man sogenannte "heilige Handgranaten", die der Wettermanipulation vorbeugen sollen, aus Zucker, Salz und Goldstaub selber zubereiten kann.

 

"The wall" ist eine gewaltige Mauer aus Eisblöcken, die im Norden des Reiches Westeros errichtet wurde, um die wilden Völker des Nordens und andere Gefahren abhalten. So eine Mauer kann realistischerweise nicht standhalten, so Freistetter, weil aufgrund des enormen Drucks das Eisfundament bereits wieder schmelzen würde. Die Erklärung wie das dann funktionieren soll? Da ist natürlich uralte Magie im Spiel. In der Welt von Game of Thrones gibt es schließlich vieles, unter anderem auch Drachen. An diesem Premierenabend drehen ebenso im Stadtsaal violette Luftballondrachen ihre Runden.

 

Themen, die häufig von Game of Thrones-kritischen Stimmen als die zentralen der Serie genannt werden, nämlich Sex und Gewalt, greift die in der Verhaltensbiologie verortete Ig-Nobelpreisträgerin Dr. Elisabeth Oberzaucher auf. Sie widerlegt den Mythos der unbegrenzten Fortpflanzungskapazität von Männern und erläutert neue Methoden im Umgang mit Phantomschmerzen nach dem Verlust von Gliedmaßen.

 

Nach der ersten Hälfte beweisen die WissenschaftlerInnen aufs Neue ihren Humor. Denn nicht nur MC Puntigam hat Spaß daran sich zu verkleiden und so treten schließlich alle in Game of Throne-Montur auf: Der Astronom Freistetter als Daenerys Targaryan, die wasserstoffblonde "mother of dragons", der Molekularbiologe Moder als Khal Drogo, wortkarger Anführer eines Reitervolkes und die Verhaltensbiologin Oberzaucher als schwarzer Drache.

 

Wissenschaft humorvoll und unterhaltsam aufbereitet, interessante Themenbereiche von unterschiedlichen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern kurzweilig und pointiert dargebracht mit einem launigen und lustigen MC - Die Science Busters sind immer einen Besuch wert.

 

 

DieKleinkunst-Redakteurin Elisabeth Austaller

 

 

 

Science Busters

 

Stadtsaal Wien