4.04.2016 Sigrid Spörk: Unter Umständen

© Antonia Renner
© Antonia Renner

Die gebürtige Steirerin Sigrid Spörk, Schauspielerin, Sängerin und jetzt auch Comedienne, startet mit ihrem ersten Solo Kabarett „Unter Umständen“ unter der Regie von Leo Bauer durch - geschrieben von Ehemann Christoph „Calim“ Reicho & Niko Formanek. Beziehungen, Heirat und letztendlich auch das Kinderkriegen wird von ihr frech und direkt thematisiert. Bei der Premiere anwesend DieKleinkunst- Redakteurin Olivia Schabowski, die sich fast gar nicht mehr lachen traut.

 

Wer weiß schon, wie sich eine Schwangerschaft im Alter von Mitte 30 anfühlt, wenn nicht Sigrid Spörk, welche selber im Sommer das Glück erwartet Mutter zu werden.  Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, das Publikum über die Anstrengungen und zum Brüllen komischen Situationen einer Schwangerschaft aufzuklären.

 

In der Umstandsmode aus ihrer Lieblingsboutique  „Unter Umständen“  tritt sie auf die Bühne und macht darauf aufmerksam, was nahezu unübersehbar ist: Sie ist schwanger.  Sie ist schwanger, und es nervt, sie wird dicker, sie ist permanent schlecht gelaunt, ihre Blase ähnelt einem Nudelsieb und sie bestätigt: jeder Mythos über die wohlbekannten Schwangerschaftssympthome entspricht der Wahrheit.  „Am schlimmsten ist diese Schwangerschaftsdemenz, die lässt mich jeden Tag aufs neue vergessen, dass ich schwanger bin“.

 

Weiters klagt sie über ihr Beziehungsleben, und wie sie der Mann in der Beziehung ist, über ihre italienische Hochzeit, bei der nahezu alles schief gegangen ist, was nur schief gehen konnte und ein anderes Mal singt sie mit einer ungeheueren Leichtigkeit über die Schönheit von „Blümchensex“, zu dem man in einem gewissen Alter einfach nicht mehr zurückkehren kann.

 

Musikalisch begleitet wird sie von Gregor Schenker, der es manchmal nicht lassen kann, einen Kommentar abzugeben, was ihr Zusammenspiel auf der Bühne fast noch besser macht.   Angefangen bei ihren Eltern, die selber bei der Premiere anwesend sind, bleiben keine ihrer engsten Freunde und Familienmitglieder verschont.

 

Der Ehemann, der ein schwächeres Immunsystem als ein Neugeborenes zu haben scheint, der Schwiegervater, der immer nur auf den Busen schaut, die Freundinnenn die entweder eifersüchtig sind, weil sie selber versuchen, schwanger zu werden oder Kinder hassen, alle möglichen Klischees von schlimmen Lebenserfahrungen scheinen in Spörks Leben anwesend zu sein.

 

Die Schauspielerin bedient den schmalen Grad zwischen Scham und Voyeurismus, und während man fast Mitleid für Freunde und Familie empfindet, hofft man mehr und mehr auf weitere Geschichten, die sie zum Besten bringt.  „Unter Umständen“ ist frech, aber auch nichts für empfindliche Gemüter, und in jedem Fall sehenswert.

 

DieKleinkunst-Redakteurin Olivia Schabowski

 

 

Sigrid Spörk

 

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