3.11.2016 I. Stangl: Habe fertig

(c) Maria Altmann & Andreas Hauer
(c) Maria Altmann & Andreas Hauer

Man kann es kaum glauben, I.Stangl möchte nach diesem Programm in Pension gehen. Sagt er. Wir Konsumenten fragen uns, was wir davon halten sollen, wenn wir zum Beispiel an die xte Abschiedstournee von Musikern oder Bands denken ... aber was, wenn es wahr ist und "Habe fertig" ist tatsächlich sein allerletztes Programm und es wird nie wieder ein neues Kabarettprogramm von I. Stangl geben? DieKleinkunst-Redakteurin Margot Fink war bei der letzten Premiere eines Programmes von I.Stangl dabei.

 

Wie die Zeit vergeht, fällt einem bei der Ankündigung, dies sei das letzte Programm, ein. Normalerweise benutzt man diese Phrase gerne in Zusammenhang mit Kindern, die älter und erwachsener werden. Man könnte das Verfliegen von Zeit auch anhand der jahrzehntelangen Kabarettkarriere von I. Stangl auf und hinter der Bühne feststellen. Jahrzehnte? Auf und hinter der Bühne? Ja, Jahrzehnte. Denn seit etwa 35 Jahren steht er mit Soloprogrammen auf der Bühne und hinter der Bühne war I. Stangl tätig, als er zehn Jahre lang von 1991 bis2001 das Kabarett Niedermair geleitet hat und u. a. Thomas Maurer und Karl Ferdinand Kratzl förderte.

 

 

Womit beschäftigt sich I. Stangl also in seinem letzten Programm? Abgesehen davon, dass es er die auf der Hand liegende Wortspielerei, sein Programm sei das letzte, verwendet und auch meint, er müsse sich nichts mehr scheren, denn es sei ja sein letztes Programm,  plaudert er sozusagen aus dem Nähkästchen. Wie erlebt ein Kabarettist sein Publikum? Was wird in der Kabarettszene getuschelt, so vergeht das erste Drittel von "Habe fertig", das er, wie so viele Programme zuvor gemeinsam mit seinem Co-Autor Hannes Vogler geschrieben hat. Eh nett, aber eigentlich sollte da ein angriffslustiger und bissiger Kabarettist auf der Bühne stehen, wünscht man sich. Da kommt die Feststellung,die traurig stimmt: Er müsse einsehen, dass politisches Kabarett nichts bewirken könne.

 

Ein bisschen politisch wird es dann schon, aber man könnte es eher in der Kategorie "sanftes FPÖ-Bashing" verbuchen. Nur den Namen in den Mund zu nehmen oder eben nicht mehr aussprechen zu können, ohne dass man sich sozusagen ankotzt, ist dann doch ein bisschen einfach gedacht. Obwohl, das Publikum, das in seinen Programmen sitzt, braucht nicht mehr überzeugt zu werden.

 

In der 2. Hälfte des Programms liefert I. Stangl dann wieder einige Glanzlichter. Etwa, als er erklärt, wie er sich als Würstelstandler versucht und seinen Würstelstand mit Krediten von der Hypo finanziert oder wenn er ein Gespräch mit Hannes Vogler wiedergibt, in dem es um die Schlussnummer geht und was er dabei zum besten geben solle. Der Mann mit der ungewöhnlichen Frisur tritt ab mit den Worten "Habe fertig". Viele schöne und erfüllende Pensionsjahre mögen folgen.

 

 

DieKleinkunst-Redakteurin Margot Fink

 

I. Stangl

 

Die Kulisse