23.4.2015 Herbert Steinböck & Thomas Strobl: Aramsamsam

(c) Leo Bauer
(c) Leo Bauer

Der Titel eines Kinderliedes – „Aramsamsam“ – ist gleichzeitig Titel des neuen Kabarettprogramms von Herbert Steinböck und Thomas Strobl (Regie: Gerold Rudle und Andreas Bartel). Auch in ihrer zweiten Zusammenarbeit zeigen sie sich als kongeniales Duo – DieKleinkunst-Redakteurin Margot Fink hat sich das Programm angesehen.


Das erste Programm der beiden Künstler Herbert Steinböck und Thomas Strobl hieß „Tralala“ und war ein so großer Erfolg, dass ein weiteres Programm naheliegend war. Es „Tralala 2“ zu nennen, erschien den beiden aber keine gute Idee – wie gut, dass es Cluburlaube mit Kindern gibt, und Herbert Steinböck mit seiner Tochter dabei die Kinderdisco aufsuchte, in der ein marokkanisches Kinderlied, nämlich „Aramsamsam“, rauf- und runtergespielt wurde -  der Titel des Programms stand fest.

Was assoziiert man also mit „Aramsamsam“?  – richtig: Urlaub, Fröhlichkeit, Leichtigkeit, und da sind wir ja schon mitten drin im neuen Programm. Ein All-inclusive Kabarettprogramm möchten die beiden Kabarettisten bieten – und auch das Wort all-inclusive verbindet man sofort mit Urlaub. Und Urlaub heißt auch abschalten, weit weg vom Alltag sein, loslassen für eine bestimmte Zeit, Neues sehen und erleben. Genau diese Beschreibung passt zu „Aramsamsam“ – denn man vergisst für zwei Stunden den Alltag,  lacht viel, staunt, singt und klatscht, ist sprachlos, gut gelaunt und fühlt sich einfach wohl.

Steinböck und Strobl haben eine besondere Art des Kabarett gefunden: sie nehmen Musiktitel, spielen (Thomas Strobl an der Gitarre) und singen sie (beide) kurz an – aber es sind nicht irgendwelche Musiktitel, sondern sie passen zu einem Thema – etwa: Welches Lied sollte man beim Sex nicht spielen („du entschuldige, i kenn di“), oder sie stellen fest, wie wichtig das Ende eines Liedes oder die Namensauswahl sei („Living Next Door To Alice“: ja, „Living Next Door To Jutta“: nein).

Den beiden Kabarettisten zufolge ist Wolfgang Ambros im arabischen Raum erfolgreich, denn die Texte werden nicht, wie bei uns von links nach rechts gelesen bzw. gesungen, sondern von rechts nach links – das kann dann schon verzwickt werden, den „Hofa“ so zu singen, aber die beiden meistern es mit Bravour – es klingt dann so: „Da Hofa wor’s vom Zwanzgahaus“ (österreichische Version) wird zu „Zwanzgahaus vom wor’s Hofa Da“.

Solche witzigen Einfälle häufen sich in „Aramsamsam“ und machen es zu einem kurzweiligen Programm mit hohem Unterhaltungswert. Von Anfang an spürt man die unglaubliche Energie der beiden Künstler. Dass sie sich für diese Kabarettprogramme künstlerisch gefunden haben, merkt man ihnen an. Der Musiker und Kabarettist Thomas Strobl ist sozusagen ein wandelndes Musikarchiv, und so kommt es einem vor, dass die beiden im Laufe des Programms durch dieses Archiv rasen und ihnen eine unendlich große Auswahl an Titeln zur Verfügung steht. Thomas Strobl überrascht das Publikum auch damit, dass er Musikwünsche aus dem Publikum sofort umsetzt und nicht nur die Akkorde auf der Gitarre spielen kann, sondern auch den Text dazu beherrscht. Hut ab! Und Schauspieler und Kabarettist Herbert Steinböck zeigt sein Talent und Gespür für witzige Szenen und Pointen z.B. beim Vorlesen einer Heiratsanzeige und der darauffolgenden Korrespondenz zwischen Brautleuten und eingeladenen Gästen, die sich immer mehr ins Hitzige und Aufgeregte steigert und unerwartete Folgen hat. Auch für ein wenig aktuelle Kritik ist Zeit, wenn Steinböck die Aussage Michael Häupls in Bezug auf die Lehrerarbeitszeit spontan in eine Szene passend einfließen lässt.

Da ist so viel Spielfreude da, so viel gute Laune und Fantasie, von der ersten Sekunde an, dass das Publikum gar nicht anders kann als herzhaft zu lachen, mitzumachen bei den unterschiedlichsten Aufgaben, die  Steinböck und Strobl den Zuseherinnen und Zusehern stellen, z. B. ein Liebeslied basteln. Meistens jedoch wird ohne Aufforderung mitgesungen und geklatscht, und so entsteht für die zwei Stunden an Unterhaltung auch eine unglaublich gute Stimmung auf der Bühne und im Zuschauerraum.

DieKleinkunst-Redakteurin Margot Fink

www.steinboeckstrobl.at

zum Gespräch mit Herbert Steinböck