24.11.2015  Mario Lučić: Der Ghettoneurotiker

https://www.facebook.com/DerMarioLucic/photos/
https://www.facebook.com/DerMarioLucic/photos/

Im November 2014 hat Mario Lučić den Goldenen Neulingsnagel (Jury- und Publikumspreis) im Theater am Alsergrund gewonnen. Das durchaus zu Recht, wie sein aktuelles Programm „Der Ghettoneurotiker“ beweist. Gnadenlos berichtet er von seinen Erlebnissen im Gemeindebau am Rennweg, beim AMS, geht aber auch mit der eigenen Community nicht zimperlich um. „Der Mann hat durchaus Potential“, dachte sich DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos nach knapp 90 Minuten Soloprogramm.



Mario Lučić ist also „Der Ghettoneurotiker“. Der Titel ist das Einzige, den man an diesem Abend mit einem Fragezeichen versehen muss. Denn um Neurosen geht’s nicht so wirklich und Lučić erweckt auch keinen ängstlichen Eindruck. Vielmehr scheint er das zu sein, was man Rampensau nennt. Dabei beweist er große Textsicherheit, spult allerdings nicht sein Programm einfach runter, sondern geht auch auf das Publikum ein. Gerade dessen Reaktionen sind es dann, die ihn manchmal selber zum Lachen bringen.


Die Pointen sind oft politisch absolut unkorrekt, als genauer aber auch gnadenloser Beobachter führt er uns so manche Alltagssituation beinhart vor die Augen. Er beschäftigt sich u.a. mit Alltagsrassismus, Panikmache, dem Aufbau von „Fame“ im Internet. Wobei sich Lučić ja eben genauso eine Fangruppe aufgebaut hat. Und gerade das macht sein Programm spannend, denn er weiß, wovon er spricht. So auch, wenn er von den Terminen am AMS oder seinen Krankenhauserlebnissen erzählt. Einzig das Singen sollte er vielleicht lassen …


Alles in allem ein durchaus sehenswerter Abend und man darf gespannt sein, wie sich Mario Lučić weiterentwickeln wird.



DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos




https://de-de.facebook.com/DerMarioLucic


Theater am Alsergrund